Logo von Hauser CoachingDie psychologischen Ebenen nach Robert Dilts

Mit dem Modell der psychologischen Ebenen nach Robert Dilts lassen sich Veränderung, Ziele und auch die Persönlichkeitsentwicklung beschreiben. Ich wende das Modell oft an, um mir Verhaltensweisen anderer Personen zu erklären oder um im Coaching-Prozess zu schauen, wo das Problem eigentlich angesiedelt ist. Die psychologischen Ebenen nach Robert Dilts sind pyramidenförmig angeordnet. Jede höhere Ebene hat Auswirkungen auf die darunter liegenden Ebenen.

6. Zugehörigkeit, Spiritualität oder Vision
5. Identität
4. Werte, Überzeugungen=Glaubenssätze, Bedürfnisse, Motive etwas zu tun, um sich seine Bedürfnisse zu erfüllen
3. Fähigkeiten
2. Verhalten
1. Umwelt

Flipchart mit der Dilts Pyramide

Um im Coaching, Selbstcoaching oder auch im Zusammenleben mit anderen Menschen zu prüfen, auf welcher Ebene das Problem/Ziel/Herausforderung angesiedelt ist, kann man sich folgende Fragen stellen:

Fragen zur Umwelt:

Wo bist du hier?
Mit wem bist du hier?
Was hörst, riechst, schmeckst, siehst du?

Fragen zum Verhalten:

Wie würde dich ein Reporter beschreiben?
Was tust du?
Was sehen andere an dir, wenn sie dir zuschauen?

Fragen zu den Fähigkeiten:

Welche besonderen Fähigkeiten hast du?
Was hast du schon gelernt?
Wie genau machst du es?

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Fragen zu den Werten, Überzeugungen, Glaubenssätzen, Bedürfnissen bzw. Motiven

Werte meint hier, was einem Wichtig ist. Situationen, in denen man sich selber denkt, das geht überhaupt nicht, da erkennt man seine Werte am besten. Es gibt hinderliche und förderliche Überzeugungen oder Glaubenssätze. Dies hat aber nichts mit Religion zu tun. Ein Glaubenssatz ist eine Überzeugung, die einem entweder Wege öffnet oder Wege verbaut.

Was möchtest du verwirklichen?
Wofür setzt du dich ein?
Was ist dir wichtig?

Fragen zur Identität:

Welches Selbstverständnis hast du hier?
Wie verstehst du dich selbst?
Wer bist du?
Welches sind die zentralen Rollen in deinem Leben?

Fragen zur Zugehörigkeit:

Wo gehörst du dazu?
Woran orientierst du dich?

Ein Beispiel
Ich habe mir vor Jahren das Verhalten meiner an Krebs erkrankten Klientin mit Hilfe der Dilts Pyramide erklärt. Meine Klientin bekam Krebs. Sie war der Überzeugung, den Krebs bekommen zu haben, weil sie ihrem geschiedenen Ehemann nicht verzeihen konnte, dass er sie verließ. Sie hat als christliche Frau auf ihre eigene Art und Weise begonnen, ihrem geschiedenen Ehemann zu verzeihen. Sie las Bücher über Spiritualität, Esoterik und Psychologie. Sie erlebte Fortschritte und Rückschläge. Sie lernte, zu vergeben. Dieses Wissen darum, wie wichtig es ist, zu vergeben, wollte sie weitergeben. Zwei Schwestern in ihrer Familie reden seit Jahrzehnten nicht miteinander. Meine Klientin versuchte, mit ihrem Wissen eine Annäherung und Versöhnung herbei zu führen. Dies gelang ihr leider nicht mehr. Sie verlor den Kampf gegen den Krebs. Ich denke sehr oft an sie. Die beiden unversöhnlichen Schwestern nähern sich (meines Wissens nach) bis heute nicht einander an. Es ist traurig. Aus den Versuchen der Annäherung und dem Gedanken des Zusammenhalts in der Familie entstanden nach dem Tod der Klientin jährliche Cousinen und Cousin Treffen.

Wie schon erwähnt, habe ich mir damals das Verhalten meiner Klientin versucht, mit den psychologischen Ebenen nach Robert Dilts zu erklären:

Umweltebene:

Meine Klientin ist im Krankenhaus.

Verhaltensebene:

Meine Klientin liest Bücher und lernt auf ihre eigene Art und Weise, zu vergeben.

Fähigkeitenebene:

Meine Klientin hat gelernt zu vergeben, sie hat die Fähigkeit des Vergeben Könnens.

Werte/Überzeugungen/Glaubenssätze:

Meine Klientin war der Überzeugung, dass Krebs kommt, wenn man nicht vergeben kann und jahrelang mit Wut, Zorn und dem Gefühl der Ungerechtigkeit lebt. Ihr war wichtig, dass andere an ihrer Krankheit erkennen, wie wichtig es ist, vergangenes aufzuarbeiten. Ihr war es wichtig, die Familie zusammenzuhalten.

Identität:

Sie hat sich als Familienmitglied gesehen, das die Familie zusammenhält. Sie hält mit beiden unversöhnlichen Schwestern Kontakt und versucht, zu vermitteln, gerade durch ihre eigene Erkenntnis, wie wichtig es ist, Vergeben zu können. Sie ist eine Vermittlerin in der Familie, auf die gehört wird.

Zugehörigkeit:

Sie fühlt sich der Familie zugehörig.
Sie fühlt sich Menschen, die ebenfalls auf einem vergebenden Weg sind, zugehörig.
Sie fühlt sich Menschen, die spirituelle, psychologische, esoterische Bücher lesen, zugehörig.

Fazit:
In meinen Coachings und in meinem Selbstmanagement nutze ich das Wissen um die psychologischen Ebenen nach Robert Dilts. Ohne dieses Modell wäre mir das Thema Werte, Identität und Zugehörigkeit nicht so schnell bewusst geworden. Meinen Klienten kann es gelingen, mit einer Art innerem Kompass durchs Leben zu gehen, allein dadurch, dass sie nach ihren Werten und Überzeugungen handeln. Das macht sich bemerkbar bis ins Hier und Jetzt.