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Ulmer Münster im Morgengrauen

…oder Kraftquellen aus der Vergangenheit für die Zukunft nutzen. In den NLP-Formaten geht es immer wieder darum, mit bestimmten Ressourcen Ziele zu erreichen oder Probleme zu bewältigen. Dabei sind die Ressourcen Gefühlserlebnisse, die man zu ankern versucht, eine Art des intensiven Hineinsteigerns in das Gefühl, damit man sich an dieses Gefühl als Kraftquelle zukünftig leichter erinnert.

Ich habe Anker z. B. für Mut und Gelassenheit. Oft reicht mir auch schon der Gedanke an das Gefühl, das mir gerade fehlt. Wenn ich achtsam mit mir umgehe, erkenne ich, wenn ich aufgeregt bin und überlege, was mir in dieser Situation fehlt. Dann kann es sein, dass ich an das Wort Zuversicht denke, das hilft mir dann auch schon. Und wenn ich Erfolgserlebnisse in der Gegenwart zu verzeichnen habe, versuche ich, sie mir intensiv als zukünftige Ressourcen zu merken. Dies ist auch eine Art Achtsamkeitstraining.

Wenn man sich Gefühle als Kraftquellen zunutze macht, ist man den eigenen Gefühlen nicht mehr so ausgeliefert. Man kann sich selber besser managen. Ich will euch in einer kurzen Anleitung zeigen, wie ihr ein Gefühl ankern könnt, beispielsweise Mut für ein Vorstellungsgespräch.

Beispiel – Positive Mut-Erfahrung ankern:


Hochhäuser am Ulmer Eselsberg

Beim Meta Monitor – auch Meta-Spiegel genannt – geht es vor allem darum, Konflikte und schwierige Situationen mit einer anderen Person (die beim Coaching nicht anwesend ist) zu klären. Es findet ein Rollenspiel (mit sich selber) statt, in welchem man als Ich in der 1. Person handelt, dann als Du (in den Schuhen des anderen) in der 2. Person und schließlich in der 3. Person als Beobachter von außen drauf schaut. Die Idee hinter dem Format Meta Monitor ist die Projektion. Welcher Konflikt in mir verstärkt die Schwierigkeiten mit dem anderen – hier in diesem Beispiel ein Nachbar.

Durch das hineinschlüpfen (assoziiert) in die Rolle des Anderen und das betrachten aus der Meta-Position (von außen, dissoziiert) ist es möglich, eine andere Sichtweise für diese Situation zu bekommen und das eigene Verhalten zu verändern. Die eigenen Werte, Fähigkeiten und Verhaltensweisen werden deutlich. Welche Werte sind dem anderen, mit dem ein Konflikt besteht, wichtig? Eine Trennung von Verhalten und Werten schafft weitere Klarheit. Die Werte sind meist akzeptabel, nicht aber das Verhalten.

Beim Meta Monitor Format wird der systemische Ansatz berücksichtigt. Was kann ich tun, damit der andere sich anders verhält? Wenn ich mich in der Konfliktsituation anders verhalte als sonst, kann sich die andere Person, mit der ein Konflikt besteht, nicht so verhalten wie üblich. Durch das intensive Rollenspiel kann ein anderes Verhalten herausgearbeitet werden, um auf zukünftige Konflikte anders zu reagieren. Es entsteht Verständnis und Empathie für das Verhalten des Anderen, eine Annäherung wird so erleichtert. Allein durch das Rollenspiel und die Ressourcenarbeit wird eine emotionale Entlastung erreicht. Wichtig ist dabei, die Positionen klar räumlich und inhaltlich zu trennen. Im Coaching-Prozess muss immer klar sein, in welcher Position man sich befindet und aus welcher Perspektive man spricht. Um den Arbeitsrahmen zu schaffen, werden drei Bodenanker installiert. Sowohl in der 1. Person als auch in der 2. Person, werden die psychologischen Ebenen nach Robert Dilts abgefragt, um Aufschluss über Verhalten, Fähigkeiten, Werte, Umwelt zu erhalten.

Beschreibung des Meta Monitor Formates am Beispiel eines Problems mit einem Nachbarn


Das Ulmer Münster hinter dem Hauptbahnhof bei Vollmond

Virginia Satir hat die Familientherapie seit den 70er Jahren entscheidend geprägt. Sie hat ein Kommunikationsmodel mit fünf verschiedenen Typen aufgestellt, welches ich euch gerne vorstelle. Mir gefällt das Modell deshalb so gut, weil ich mir bewusst machen kann, welche Rollen ich in welchen verzwickten Situationen einnehme. Ich kann mir mit dem Wissen um die Typen bewusst vornehmen, aus welcher Rolle heraus ich zukünftig handeln will. Es gibt kein besser und kein schlechter, nur anders. Ein von mir bevorzugter Kommunikationstyp ist nicht in Stein gemeißelt. Ich kann auch anders, wenn ich will und an mir arbeite.

Folgende Kommunikationstypen gibt es:

  1. Beschwichtiger
  2. Ankläger
  3. Rationalisierer
  4. Ablenker
  5. kongruenter Typ

1. Der Beschwichtiger
„Ich bin so glücklich, dass man mir überhaupt erlaubt hat, hier zu sein.“
Der Beschwichtiger macht sich selber kleiner als er ist und missachtet seine eigenen Gefühle. Er berücksichtigt andere und nimmt sich selber zurück, weil er andere nicht nerven will. Ein Beschwichtiger entschuldigt sich lieber zu viel als zu wenig und steht eher geduckt da. Dies kann auch ein Weg sein, einer unangenehmen Situation zu begegnen und die Moralpredigt schneller an sich vorbei ziehen zu lassen. Mit einem Beschwichtiger kann man nicht streiten.


Ralf Hauser im Gespräch mit einer Sozialarbeiterin über GWK

In der Gewaltfreien Kommunikation geht es um die Verbindung und um die Bedürfnisse aller Beteiligten. Die Unterschiedlichkeit wird anerkannt. Alles was wir tun, tun wir um uns unsere eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Jeder Mensch hat immer gute Gründe (Motive) für sein Tun. Hinter jedem Konflikt und jeder Verurteilung stehen unerfüllte Bedürfnisse, sonst gäbe es keinen Streit.

Das erinnert mich an zwei Coaching-Grundannahmen:

Jedes Verhalten hat eine positive Absicht – und wenn es nur ist, dass der andere gut für sich sorgt.

Jeder Mensch trifft in der jeweiligen Situation die beste Entscheidung unter allen Wahlmöglichkeiten (ein Bereuen vergangener vermeintlicher Fehlentscheidungen findet deshalb nicht statt, zum damaligen Zeitpunkt wurde die bestmögliche Wahl getroffen unter allen Alternativen).

Durch die Gewaltfreie Kommunikation kann es gelingen,

  • fair und respektvoll miteinander umzugehen.
  • aufrichtig zu sein, ohne Kritik und Vorwurf. Also eine Methode, um selber authentisch leben zu können.
  • Entscheidungsfreiheit zu haben, wie ich mit Situationen umgehen will. Je mehr Wahlmöglichkeiten, je besser.

Unter welchen Voraussetzungen gelingt Kommunikation nur schwer?

  • Kritik, Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Vergleiche, Vorurteile, fehlendes Verantwortungsbewusstsein.
  • Es werden Forderungen gestellt und keine Bitten ausgesprochen. So muss der andere tätig werden und es fehlt an Freiheit. Da bleibt dann nur, zu unterwerfen oder zu rebellieren.

In der Gewaltfreien Kommunikation wird als Grund für die Zusammenarbeit folgendes vorausgesetzt: gegenseitiger Respekt, Wertschätzung und eine Freiwilligkeit, etwas gerne für den anderen zu tun.


Ralf Hauser, Supervisor und Coach

Häufig stimmen die Ziele, die wir verfolgen, nicht mit unseren Werten überein. Unsere Werte beschreiben, was uns wichtig ist. Die Werte, also das was uns tief im Inneren wichtig ist und was uns wie ein Kompass durch das Leben führt, soll immer über Zielen stehen.

Werte können beispielsweise sein:

Wahrhaftigkeit, wenn du Wahrheit leben willst
Hilfsbereitschaft, wenn du bei anderen etwas bewegen willst
Kontaktfreude, wenn du nicht nur vor dem Bildschirm sitzen willst
Fairness, wenn du willst, dass es gerecht zugeht
Flexibilität, wenn du dich schnell in unterschiedlichen Situationen zurechtfindest
Offenheit, wenn die Neugier dich packt für alles Spannende

In welchen Momenten blühe ich bei der Arbeit auf? Wann fliegt die Zeit nur so an mir vorbei? Wann empfinde ich eine tiefe Befriedigung? Was ist an den Situationen/Tätigkeiten für mich so wichtig, dass ich dabei aufblühe? Mit der Beantwortung dieser Frage erkennt man seine Werte. Wenn ich meine Werte kenne, kann ich Entscheidungen danach treffen, ob meine Werte dadurch erfüllt sind. Wenn ich meine Werte kenne, kann ich mehr von dem tun, was mich zutiefst befriedigt.

Es kann sein, dass wir mehrere Werte haben, die nicht miteinander vereinbar sind. Konflikte mit voneinander abweichenden Werten machen es dann erst recht schwer, sich zu orientieren und von dem hin- und hergerissen sein, weg zu kommen. Hier hilft eine Rangfolge, sich also bewusst zu machen, welcher Wert dann doch wichtiger ist – mehr Gewicht hat für das eigene Leben.

Um sich der eigenen Werte bewusst zu werden, können wir uns folgende Fragen stellen:

  1. Was ist mir in diesen Lebensbereichen (Job, Familie, Freunde, Partnerschaft, Verein, Sport, Kirchengemeinde) besonders wichtig?
  2. Wann habe ich mich kürzlich richtig gut gefühlt und welcher Wert könnte da befriedigt worden sein?
  3. Wann hattest du kürzlich eine Situation, in der du dachtest: „Das geht gar nicht?“ Situationen, die uns gegen den Strich gehen, machen uns die eigenen Werte am schnellsten deutlich. Da sind wir dann ganz nah dran.
  4. Was setzt dich unter Druck? Wie reagierst du dann?
  5. Wofür gibst du dein Geld aus und wofür ist das erhaltene/erworbene gut?