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Felsen der ehemaligen Burg Falkenstein (Gerstetten / Eselsburger Tal)

Führungskräfte müssen ständig Entscheidungen bekanntgeben, die andere als belastend empfinden. Fingerspitzengefühl ist angebracht, wenn man den Mitarbeitern mitteilt, dass umorganisiert, digitalisiert und gespart wird. Wenn Mitarbeiter die Möglichkeit bekommen, Veränderungen und Lösungen mitzugestalten, stärkt dies die Selbstwirksamkeit jedes Einzelnen und trägt zur seelischen Gesundheit bei. Selbstwirksamkeit beschreibt das Vertrauen in sich selbst, sich in schwierigen Situationen behaupten zu können.

Eine Krise ist eine problematische Entscheidungssituation. Wir stehen an einem Wendepunkt und sind Stress ausgesetzt. Freunde, eine Sportart oder auch die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, können Gegengewichte sein, um mit Krisensituationen (besser) umzugehen.

Probleme können dann als weniger belastend empfunden werden, wenn wir uns über Kontrolle, Einfluss, Tragweite und Dauer des Problems im Klaren werden.

Kontrolle: Kannst du es selbst kontrollieren?
Überlege dir, was du an der derzeitigen Krisensituation, in der du steckst, im Augenblick verbessern könntest?

Einfluss: Wer hat seine Karten im Spiel? Wer ist mit eingebunden?
Kannst du an der aktuellen Krisensituation etwas ändern? Suchst du die Gründe für das Problem bei dir oder bei anderen?

Tragweite: Worauf wird sich das Problem auswirken? Was wird sich alles verändern?
Hat die Krise eine ganz bestimmte Ursache, die man in den Griff bekommen kann? Befürchtest du, dass die Krise das ganze Leben überschatten wird?

Dauer: Wie lange wird das Problem andauern? Wann geht es spätestens zu Ende?
Wie lange wird die Krise und deren Nachwirkungen deiner Meinung nach andauern?


Mit dem Modell der psychologischen Ebenen nach Robert Dilts lassen sich Veränderung, Ziele und auch die Persönlichkeitsentwicklung beschreiben. Ich wende das Modell oft an, um mir Verhaltensweisen anderer Personen zu erklären oder um im Coaching-Prozess zu schauen, wo das Problem eigentlich angesiedelt ist. Die psychologischen Ebenen nach Robert Dilts sind pyramidenförmig angeordnet. Jede höhere Ebene hat Auswirkungen auf die darunter liegenden Ebenen.

6. Zugehörigkeit, Spiritualität oder Vision
5. Identität
4. Werte, Überzeugungen=Glaubenssätze, Bedürfnisse, Motive etwas zu tun, um sich seine Bedürfnisse zu erfüllen
3. Fähigkeiten
2. Verhalten
1. Umwelt

Flipchart mit der Dilts Pyramide

Um im Coaching, Selbstcoaching oder auch im Zusammenleben mit anderen Menschen zu prüfen, auf welcher Ebene das Problem/Ziel/Herausforderung angesiedelt ist, kann man sich folgende Fragen stellen:

Fragen zur Umwelt:

Wo bist du hier?
Mit wem bist du hier?
Was hörst, riechst, schmeckst, siehst du?

Fragen zum Verhalten:

Wie würde dich ein Reporter beschreiben?
Was tust du?
Was sehen andere an dir, wenn sie dir zuschauen?

Fragen zu den Fähigkeiten:

Welche besonderen Fähigkeiten hast du?
Was hast du schon gelernt?
Wie genau machst du es?


Wasserfall auf Island

Die Menschen sollen die Bedingungen, um glücklich zu sein, in sich selbst entdecken und dann fördern. All das ist eigentlich schon da: wir alle haben als Kinder oft in einer Art entspannter Konzentration gespielt und die Welt um uns herum vergessen. Als Erwachsene haben wir das meist verlernt und brauchen Übung, um uns mit der entspannten Konzentration (=Meditation) zu verbinden. Wir konzentrieren uns auf unseren Atem. Der Geist wird wandern und dann ist es wichtig, wieder zum Atem zurück zu kehren. In der Meditation lassen wir bewusst Gedanken zu, lassen diese aber auch wieder ziehen.

Hier kann folgendes Bild helfen:

Lass die Kühe auf die Weide.
Du stellst dir vor, du bist auf einer großen Weide.
Und die Gedanken sind die Kühe.
Die Kühe sind da und du lässt sie da einfach sein.
Vertreib die Kühe nicht, denn dann werden sie unruhig.
Lass sie einfach rumlaufen.
Irgendwann ziehen sie weiter, weg aus deinem Blickfeld.

Meditation ist eine Methode, um sich mit dem eigenen Erleben vertraut zu machen, es besser zu verstehen und bestimmte Qualitäten im Erleben zu kultivieren.
Bestimmte Qualitäten im Erleben z. B. deshalb, weil Gefühle hochkommen dürfen und nicht sofort weggedrückt werden – erst nachdem sie gewürdigt wurden.


Alaskalupine

Das Konzept der Achtsamkeit stammt von Jon Kabat-Zinn. Er hat den am meisten wissenschaftlich erforschten Meditationskurs MBSR (mindfulness based stress reduction, zu deutsch: achtsamkeitsbasierte Stressreduktion) konzipiert.

Der Kurs ist in zwei Säulen aufgeteilt.

Säule 1 Vermittlung der Idee

Ich entscheide mich ab jetzt für ein Leben, in dem ich die Dinge bewusst wahrnehme und reflektiere. Ich handle nicht immer automatisch im Autopiloten, sondern übernehme selber aktiv die Verantwortung am Steuer. Ich mache eine Sache bewusst. Ich trinke ganz bewusst meinen Kaffee und mache sonst nichts. Nur Kaffee trinken. Die Kaffee-Trink-Zeit wird nicht genutzt, um nebenher noch E-Mails am Handy zu beantworten.
Der Kaffee an sich soll wahrgenommen werden. Wie schmeckt er, wie riecht er? Sich auf eine Sache mit allen Sinnen einzustellen, soll sich zur Lebenseinstellung entwickeln. Das ist oft das Allerschwierigste.

Säule 2 Meditation, Atemübungen, Bodyscan

Beim Bodyscan geht es darum, den Körper so wahrzunehmen, wie er gerade ist, und ihn gleichzeitig vorurteilsfrei anzunehmen. Ich nehme wahr, was gerade ist: ich spüre, wie mein Herz gerade schlägt. Vielleicht schlägt es gerade schnell. Und auch das ist ok. Alles, was ist, darf sein. Man kann im Alltag auf seine Atmung oder auf seinen Körper und Geist achten. Welche automatischen Bewertungen und Verhaltensweisen laufen gerade bei mir ab?


Nachdenkende Person mit Weitblick

Dein Denken beeinflusst dein Verhalten. Dein Verhalten beeinflusst das Ergebnis und das Ergebnis, das du erzielt hast, wirkt sich wiederum auf dein Denken aus.

Denken meint hier deine Gedanken. Diese Gedanken führen zu Gefühlen. Gefühle steuern uns und führen zu Aktionen, die wir durchführen oder einem Verhalten, das wir zeigen. Aktion und/oder Verhalten führen dann zu einem Resultat/Ergebnis. Und dann gibt es wieder eine Schleife zurück, weil das erzielte Ergebnis wieder unsere Denke, unsere Gedanken beeinflusst. Grund genug, seine Gedanken ein Leben lang zu überprüfen und hinderliche Überzeugungen (Glaubenssätze) aufzulösen oder abzuschwächen. Unsere Überzeugungen haben wir meist von Eltern, Ahnen, der Gesellschaft oder (traumatischen) Erfahrungen in der Kindheit übernommen.

Ein Beispiel
Für meinen Vater war es immer unvorstellbar, geschieden zu sein. Für ihn waren lange Zeit geschiedene Menschen gezeichnet, oder dazu verdammt, allein zu sein und unter finanziellen Zusatzbelastungen zu leiden. Deshalb dachte ich von frühester Jugend an für ganz lange Zeit, dass Menschen um die 40, die sich scheiden lassen, danach ein verpfuschtes Leben hätten und niemals mehr glücklich werden könnten.

Es gibt aber auch Glaubenssätze, die wir aus unseren Erfahrungen heraus gebildet haben. Und eines möchte ich an dieser Stelle erwähnen: nicht alle Glaubenssätze sind schlecht. Viele helfen uns dabei, den größten Blödsinn bleiben zu lassen. Deshalb ist es auch ein meist lebenslanger Prozess, seine Überzeugungen zu überprüfen auf nützlich oder unnütz. Denn das Gehirn ist so gebaut, dass Sicherheit, Gewohnheiten und Bequemlichkeiten einen hohen Einfluss haben. Bedenklich wird es dann, wenn sich die Gedanken die ganze Zeit im Kreis drehen, wie ein Hamster im Hamsterrad. Die durchgedrehten Gedanken führen zu entsprechenden Gefühlen, die wiederum zu Ergebnissen führen, die weit hinter den eigenen Möglichkeiten liegen oder gleich ganz hätten vermieden werden können. Die Gedanken, die ich glaube, sind am Schluss für das Ergebnis verantwortlich.